---
name: ideen-entwickeln
description: Bewahrt Einfälle und pflegt Ideen, Features sowie mögliche Tasks als unterschiedlich reife Work-Items im gemeinsamen BACKLOG.md. Verwenden für Ideenwerkstatt, Backlog-Pflege, Brainstorming, Feature-Klärung, frühe Task-Kandidaten, Reifegrad, Beziehungen, Blockierungen, Reihenfolge oder die Vorbereitung einer bewussten Auswahl; auch wenn der Benutzer nur sagt, dass nichts vergessen gehen soll.
---

# Ideen und Backlog entwickeln

Bewahre mögliche Arbeit zuerst, bevor du sie bewertest. Entwickle sie nur so
weit, wie es für die nächste Erkenntnis oder Entscheidung nötig ist. Ein
Backlog-Eintrag ist keine Zusage.

## Fachliche Herkunft

Dieses Vorgehen kombiniert einzelne bewährte Praktiken, übernimmt aber keine
vollständige Projektmethodik:

| Übernommene Praxis | Quelle | Bewusste Grenze |
| --- | --- | --- |
| Eine zentrale, veränderliche und geordnete Liste | [Scrum Guide 2020 – Product Backlog](https://scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf) | Keine Scrum-Rollen, Sprints, User Stories oder Schätzpflicht |
| Details erst mit wachsendem Wissen ergänzen | [PMI-ACP Examination Content Outline](https://www.pmi.org/-/media/pmi/documents/public/pdf/certifications/agile-certified-exam-outline.pdf) | Keine vollständige PMI-Planungsmethodik |
| Zuerst Möglichkeiten öffnen, danach bewusst fokussieren | [Design Council – Double Diamond](https://www.designcouncil.org.uk/resources/the-double-diamond/) | Kein vorgeschriebener Phasen- oder Innovationsprozess |
| Neue Umsetzung nur bei erkennbarem Bedarf und verfügbarer Kapazität ziehen | [Kanban Guide, Mai 2025](https://kanbanguides.org/the-kanban-guide/2025.5/) | Kein Pflichtboard, keine Kanban-Rollen oder Flow-Metriken |

## Gemeinsames Work-Item-Modell

`BACKLOG.md` ist das kanonische Register. Verwende seine dort definierten
Typen, Reifegrade, Statuswerte und Felder unverändert:

- `IDEA-NNNNN`: Beobachtung, Problem, Möglichkeit oder Lösungsimpuls.
- `FEATURE-NNNNN`: fachlich abgrenzbare gewünschte Wirkung.
- `TASK-NNNNN`: einzelner kleiner, separat überprüfbarer Arbeitsschritt.

Reifegrad und Status beantworten verschiedene Fragen:

- `R0` bis `R4`: Wie gut ist das Work-Item verstanden?
- `backlog` bis `erledigt`: Wo befindet es sich im Arbeitsfluss?

Ändere den Reifegrad nur aufgrund bestätigter Erkenntnisse. Ändere den Status
nur aufgrund einer bewussten Auswahl oder tatsächlichen Arbeit. Eine
Blockierung wird zusätzlich mit Grund geführt und verändert weder Reifegrad
noch Status automatisch.

## Artefakte und Grenzen

- `BACKLOG.md`: kompakte kanonische Übersicht aller bekannten Work-Items.
- `docs/features/`: zusätzliche Feature-Spezifikation nur bei echtem Bedarf.
- `docs/tasks/`: Task-Dateien nur für ausgewählte, unmittelbar ausführbare
  Tasks mit `R4`.
- `PLAN.md`: kleine Auswahlansicht der aktuellen und unmittelbar nächsten
  Arbeit.
- `docs/decisions/`: bereits getroffene dauerhafte Entscheidungen.

Halte dieselbe Detailinformation nicht parallel in mehreren Artefakten.
Verknüpfe sie über stabile IDs und relative Pfade.

## Arbeitsmodus wählen

Ermittle aus dem Wunsch des Benutzers den kleinsten passenden Modus:

1. **Sichern:** Einen flüchtigen Einfall oder Kandidaten ohne Interview mit
   `R0` registrieren.
2. **Erkunden:** Problem, Nutzen, Betroffene, Beobachtungen und Alternativen
   klären und bei ausreichendem Verständnis auf `R1` setzen.
3. **Abgrenzen:** Umfang, Nicht-Ziele, Annahmen, Risiken und offene Fragen bis
   `R2` sichtbar machen.
4. **Spezifizieren:** Akzeptanzkriterien, Abhängigkeiten, Schutzbedarf und
   Prüfidee bis `R3` klären.
5. **Ausführbarkeit klären:** Den nächsten Schritt so schneiden, dass das
   Work-Item `R4` erreicht oder der verbleibende Reifungsschritt klar ist.
6. **Backlog pflegen:** Beziehungen, Blockierungen, Reihenfolge, Dubletten und
   beendete Einträge nachvollziehbar halten.

Wenn der Benutzer nur sichern möchte, stelle keine vertiefenden Fragen.

## Work-Item sichern

1. Lies `PROJECT.md` und `BACKLOG.md`. Suche nach gleichen, abhängigen oder
   konkurrierenden Einträgen, ohne sie vorschnell gleichzusetzen.
2. Wähle den Typ aus der Aussage. Verwende bei einem noch unklaren Impuls
   `idee`; nenne etwas nicht allein deshalb `task`, weil bereits eine Lösung
   vorgeschlagen wurde.
3. Verwende die nächste freie ID der passenden Typfolge. Nummeriere bestehende
   Work-Items nie um und ändere ihren Typ nicht.
4. Ergänze unter `Aktive Work-Items` alle Pflichtfelder aus dem kommentierten
   Registermuster. Setze `Reifegrad: R0`, `Status: backlog` und
   `Blockiert: nein`, sofern keine bestätigte andere Aussage vorliegt.
5. Bewahre unter `Impuls oder gewünschte Wirkung` die Aussage möglichst nahe
   an den Worten des Benutzers. Nenne genau den nächsten Reifungsschritt.
6. Speichere keine Secrets, Zugangsdaten oder unnötigen Personendaten.

## Work-Item reifen

1. Beginne bei der grössten Unklarheit und stelle höchstens eine Frage auf
   einmal. Fülle kein Formular nur der Vollständigkeit wegen.
2. Prüfe je nach aktuellem Reifegrad:
   - beobachtetes Problem oder gewünschte Wirkung und Betroffene;
   - Beispiele, Gegenbeispiele und bisherige Versuche;
   - alternative Erklärungen oder Lösungen;
   - Umfang und ausdrückliche Nicht-Ziele;
   - Annahmen, Abhängigkeiten und Blockierungen;
   - Sicherheits-, Datenschutz- und Missbrauchsfolgen;
   - beobachtbare Akzeptanzkriterien und passende Prüfidee.
3. Aktualisiere den Registereintrag nach einer wesentlichen Erkenntnis. Bewahre
   Gegenargumente und offene Fragen; schreibe Unsicherheit nicht in Gewissheit
   um.
4. Vergib nur den höchsten Reifegrad, dessen Kriterien vollständig erfüllt
   sind. Dokumentiere bei einem Stillstand den fehlenden nächsten Schritt,
   statt den Reifegrad aufzurunden.
5. Lege eine Feature-Datei aus `docs/templates/feature-template.md` nur an,
   wenn das Feature zusätzliche Regeln, Beispiele oder Akzeptanzkriterien
   benötigt. Verweise im Register auf die Datei.
6. Ein möglicher Task mit `R0` bis `R3` bleibt nur im Register. Erzeuge seine
   Task-Datei erst mit `schrittweise-planen`, wenn er `R4` erreicht und bewusst
   ausgewählt wurde.

## Beziehungen und Übergänge

- Wird aus einer Idee ein Feature, lege eine neue `FEATURE-NNNNN` an, verknüpfe
  sie mit der Idee und beende oder erhalte die Idee entsprechend der
  tatsächlichen Entscheidung.
- Schneide ein Feature nicht vorsorglich vollständig in Tasks. Registriere nur
  erkennbare Task-Kandidaten und reife den unmittelbar nächsten weiter.
- Überführe ein Work-Item nicht automatisch in aktive Arbeit. Verwende
  `schrittweise-planen` für die Auswahl und Statusänderung.
- Markiere Dubletten und Konflikte über IDs. Lösche keine stabile Kennung und
  führe konkurrierende Einträge nicht still zusammen.
- Setze `Status: beendet` mit Datum und Grund bei verworfenen,
  zurückgestellten oder zusammengeführten Einträgen. Verschiebe akzeptierte
  Ergebnisse mit `Status: erledigt` in den abgeschlossenen Bereich.

## Ordnen

Ordne aktive Einträge nach der aktuell sinnvollen Betrachtungsreihenfolge.
Verwende keine künstliche Punktzahl. Berücksichtige Nutzen, Evidenz, Lernwert,
Risiko, Sicherheit, zeitliche Gelegenheit, Abhängigkeiten, belastbaren Aufwand
und Passung zu `PROJECT.md`.

## Fertig, wenn

- keine geäusserte mögliche Arbeit verloren ging.
- Typ, Reifegrad, Status, Beziehungen und Blockierung wahrheitsgemäss sind.
- Fakten, Annahmen, Alternativen und offene Fragen unterscheidbar bleiben.
- kein unreifer Kandidat vorschnell als ausführbarer Task behandelt wird.
- Register, optionale Detailartefakte und Plan keine widersprüchlichen Kopien
  derselben Information enthalten.
- der nächste Reifungs-, Auswahl- oder Arbeitsschritt eindeutig ist.
