↖ Zurück zum Blog

Blog / Infrastruktur und Praxis

Veröffentlicht
Lesezeit
4 Min.
Autor
Pino Rovetto

Ein Labor für Infrastruktur und Software

Was auf dem Architekturplan überzeugt, muss sich im Betrieb erst bewähren. Mein Labor ist der Ort, an dem Ideen auf echte Systeme treffen – und aus Möglichkeiten belastbare Erfahrungen werden.

Proxmox-Verwaltung eines Laborservers mit nummerierten virtuellen Maschinen und Diagrammen zu CPU, Arbeitsspeicher und Netzwerk; interne Bezeichnungen sind grau verdeckt.
Einblick in einen der Laborserver. Interne Namen, Zugangs- und Versionsangaben sind verdeckt; VM-Nummern und Diagramme bleiben unverändert. Ein Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Hier bekommen Ideen einen Praxistest.

Auf mehreren HPE-Servern betreibe ich ein Labor für Infrastruktur und Software. Hier kann ich neue Ansätze aufbauen, Varianten vergleichen und herausfinden, wo eine Lösung trägt – und wo noch Arbeit nötig ist. Die spannende Frage lautet nicht nur: Läuft es? Sondern: Lässt es sich wieder aufbauen, verändern, verstehen und an einem anderen Ort betreiben?

Dafür braucht es mehr als eine gelungene Vorführung. Im Labor lassen sich Abhängigkeiten sichtbar machen und Betriebsabläufe erproben, bevor aus einer Idee eine weitreichende Projektentscheidung wird. Auch ein Ansatz, der seine Grenzen zeigt, liefert ein wertvolles Ergebnis: Man weiss früher, woran man ist.

Vom virtuellen Server bis zu SAP HANA.

Einen Teil der Grundlage bildet Proxmox. Darauf laufen virtuelle Server für unterschiedliche Aufgaben. Hinzu kommen Kubernetes-Umgebungen, Anwendungen und Dienste rund um Softwareentwicklung und Betrieb. Auch Testsysteme im SAP-Umfeld, einschliesslich SAP HANA, gehören zum Spektrum.

Interessant wird es dort, wo diese Bausteine zusammenspielen. Wie kommt eine Anwendung verlässlich zu ihrer Datenbank? Welche Infrastruktur setzt sie voraus? Was muss bei einem Update oder einer Wiederherstellung zusammenpassen? Solche Fragen lassen sich an konkreten Systemen untersuchen und nicht nur auf Folien diskutieren.

Einmal ausprobieren ist gut. Wiederholen können ist besser.

In meinem Ansible-Projekt bilde ich den Aufbau virtueller Maschinen, Kubernetes-Umgebungen und verschiedener Dienste als Automatisierung ab. Dazu gehören beispielsweise Proxmox-Vorlagen und die Einrichtung von K3s. So wird aus einer Folge einzelner Einrichtungsschritte ein nachvollziehbarer Ablauf.

Das ist für Experimente besonders nützlich: Eine Änderung lässt sich gezielt vornehmen, ihr Ergebnis überprüfen und der Aufbau erneut durchspielen. Erkenntnisse bleiben damit nicht nur im Kopf oder in einer Notiz, sondern fliessen in einen wiederverwendbaren Aufbau ein.

Der Standort soll eine Entscheidung bleiben.

Ein wichtiger Prüfstein ist für mich die Portabilität. Eine kleine Anwendung auf einem einzelnen Kubernetes-Knoten kann bereits dieselben grundlegenden Schnittstellen nutzen wie eine grössere Umgebung. Entscheidend ist, wie sauber Anwendung, Konfiguration und standortabhängige Dienste voneinander getrennt sind.

Das Ziel ist Beweglichkeit in alle Richtungen: vom eigenen Labor in eine Cloud, zurück On-Premises oder von einem Anbieter zum nächsten. Daten, Speicher und externe Abhängigkeiten gehören dabei ausdrücklich mit auf den Prüfstand. Das Labor bietet Raum, diese Fragen an überschaubaren Beispielen zu untersuchen und einen geplanten Wechsel vorzubereiten.

Die Verbindung zum grossen Massstab beschreibt auch der Artikel «Vom Supercomputer zum eigenen Projekt»: Gemeinsame Standards und reproduzierbare Abläufe sind nicht an die Grösse eines Rechenzentrums gebunden.

Ein Labor, in dem man gemeinsam weiterkommt.

Diese Umgebung kann nach Absprache auch in Beratungen und Schulungen einbezogen werden. Mit Kunden lassen sich ausgewählte technische Fragen an einem konkreten Versuchsaufbau bearbeiten. Für Bildungsinstitutionen, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende eröffnet sich die Möglichkeit, Infrastruktur nicht nur erklärt zu bekommen, sondern selbst Zusammenhänge zu erproben.

Denkbar sind ein gemeinsamer Aufbau einer kleinen Plattform, die Automatisierung eines Dienstes oder ein Vergleich verschiedener Bereitstellungswege. Aufgabe, Umfang und Zugänge werden passend zum Vorhaben vereinbart. Im Mittelpunkt steht begleitetes Arbeiten an einer klaren Fragestellung.

Welche Idee möchten Sie auf die Probe stellen?

Vielleicht steht eine Architekturentscheidung an. Vielleicht soll aus einem manuellen Aufbau ein wiederholbarer Prozess werden. Oder eine Klasse soll erleben, wie virtuelle Server, Automatisierung und Anwendungen zusammenwirken. Mein Labor schafft dafür einen konkreten Ausgangspunkt: ausprobieren, verstehen und mit belastbaren Erkenntnissen weitergehen.

Beratung und Schulungen kennenlernen →